IR 06 Abschiebestopp Iran

Aus RotesNetz Baden-Württemberg
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Antrag IR 06: Abschiebestopp Iran Antragsteller*in: KV Schwarzwald-Baar Status: angenommen Empfehlung der Antragskommission: Annahme Sachgebiet: IR - Innen und Recht 1 Abschiebestopp Iran 2 Der Landesparteitag möge beschließen: 3 Wir stehen solidarisch an der Seite der Demonstrierenden Menschen im Iran 4 “Zan, Zendegi, Azadi” und „Jin, Jiyan, Azadî“ (persisch und kurdisch für „Frau, 5 Leben, Freiheit“) – mit diesen und anderen Worten bringen Menschen ihren Protest 6 gegen die Entrechtung und Unterdrückung von Frauen und Mädchen im Iran zum Ausdruck. 7 Sie solidarisieren sich mit Mahsa (Zhina) Amini, die bei einer Kontrolle der 8 Sittenpolizei am 13. September 2022 in Teheran festgenommen wurde, angeblich, weil 9 unter dem Kopftuch ihre Haare hervorschauten. Die 22-jährige Amini aus der Provinz 10 Kurdistan im Iran starb kurz darauf in Polizeigewahrsam. 11 Systematisch kriminalisiert das Mullah-Regime die Selbstbestimmung von Frauen und das 12 bereits seit der Machtübernahme. Menschen im Iran gehen aufgrund des Todes von Mahsa 13 (Zhina) Amini seit Wochen für Menschen-, Minderheiten- und Frauenrechte auf die 14 Straße. Neben willkürlichen Massenverhaftungen und dem Einsatz scharfer Munition sind 15 mittlerweile zahlreiche Todesopfer zu beklagen. 16 Nicht allein der Tod von Mahsa (Zhina) Amini treibt tausende Menschen im Iran auf die 17 Straße. Die Proteste sind Ausdruck einer tiefgreifenden Unzufriedenheit mit der 18 Regierung und der Unterdrückung von Freiheit und Menschenrechten. Sie demonstrieren 19 gegen einen zutiefst korrupten und gewaltsamen Theokraten- und Geheimdienststaat, der 20 Frauen und alle andersdenkenden Menschen systematisch unterdrückt, der politischen 21 Widerstand brutal im Keim ersticken lässt und Kurdinnen und Kurden sowie andere 22 ethnische Gruppen und religiöse Minderheiten diskriminiert und entrechtet. Eine 23 Internetsperre im Land erschwert derweil die Verbreitung von Informationen über die 24 Proteste und die Kommunikation der Protestierenden untereinander. 25 Es ist für jede Bürgerin und Bürger im Iran mit einem hohen persönlichen Risiko 26 verbunden, gegen das iranische Regime zu protestieren – darunter Folter und sogar der 27 Verlust des eigenen Lebens. Die Behörden Irans gehen auch jetzt wieder mit 28 rücksichtloser Härte gegen Protestierende, Dissidenten und Oppositionelle vor. 29 Weltweit solidarisieren sich Menschen mit den Frauen und den Opfern des Regimes. 30 Iran zählt zu den zehn zugangsstärksten Herkunftsländern von Asylsuchenden in 31 Deutschland. 32 Die Anerkennungsquote für Iraner*innen im Asylverfahren liegt bei etwa 30 Prozent 33 (bereinigte Schutzquote knapp 50 Prozent, Bundestag Drs. 20/2309). Mehr als 10.000 Landesparteitag Friedrichshafen, 19.11.2022 6 / 12 34 Iraner*innen in Deutschland leben mit dem prekären Status der Duldung, viele von 35 ihnen unterliegen einem Arbeitsverbot (Bundestag Drs. 20/3201). 36 Menschenrechtsverletzungen wie willkürliche Verhaftungen, Verschleppung, Folter und 37 Tötung von politischen Aktivist*innen, LGBTIQ+, Kurd*innen, Frauen und alle, die 38 gegen die strenge Sittenordnung des iranischen Regimes verstoßen, sind nicht neu. 39 Angesichts der massiven Gewalt gegen Andersdenkende setzen uns für einen sofortigen 40 Abschiebestopp für Iran ein. Die in Baden-Württemberg geduldeten Iraner*innen 41 brauchen schnellstmöglich eine Bleibeperspektive in Deutschland.