Wenn Sonnencreme nicht mehr reicht – Hitzebusse in die Städte
Wenn Sonnencreme nicht mehr reicht – Hitzebusse in die Städte
In Stuttgart und einigen anderen Großstädten im Bundesgebiet ist seit Juli an besonders heißen Tagen für 2h am Tag ein “Hitzebus” unterwegs. Dieser verteilt - analog zum “Kältebus” im Winter - Wasser und Hilfsmittel wie z.B. Sonnencreme an wohnungslose Personen. Organisiert und gestellt wird der Stuttgarter Bus vom Sozialamt der Stadt und dem DRK.
Zwei Stunden am Tag an besonders heißen Tagen ist jedoch aus unserer Sicht deutlich zu wenig, um möglichst viele zu erreichen, zumal eben nicht nur wohnungslose Personen betroffen sind.
Wir fordern daher:
In jedem baden-württembergischen Landkreis mit einer bekannten Wohnungslosigkeitsproblematik muss spätestens im Sommer 2023 von Juni bis September mindestens ein “Hitzebus” durch alle Kommunen fahren, temperaturabhängig bis zu 8 Stunden am Tag.
Der Landkreis muss Fahrzeuge und Personal in Abstimmung mit Rettungsdiensten und gemeinnützigen Organisationen bereitstellen und finanzieren. Dem Personal müssen Schulungen zu Erster Hilfe mit Schwerpunkt Hitze ermöglicht werden.
Wasser, Hilfsgüter und andere Materialien sind von der öffentlichen Hand zu finanzieren. Spenden werden zugelassen.
Die Möglichkeiten für stationäre Anlaufstellen (Büros, Stände oder klimatisierte Container) sind zu prüfen und ggf. Standgenehmigungen zu vereinfachen.
Die Umnutzung der Infrastruktur und Weiterbeschäftigung des zusätzlichen Personals für “Kältebusse” im Winter ist wünschenswert und sollte daher ebenfalls geprüft werden.
Das Land soll Kommunen bei der Etablierung von Hitzebussen finanziell unterstützen, z.B. als eine Maßnahme der kommunalen Klimaanpassung.
Primäre Zielgruppe sind wohnungslose Personen, aber natürlich ist auch anderen vulnerablen Gruppen bzw. akut gefährdeten Personen Hilfe zu leisten.