Den öffentlichen Gesundheitsdienst in Baden- Württemberg stärken
Zur Navigation springen
Zur Suche springen
Antragsteller*in: ASG Baden-Württemberg
Status: angenommen
Antragskommission: Annahme
Sachgebiet: G - Gesundheit und Pflege
DEN ÖFFENTLICHEN GESUNDHEITSDIENST IN BADEN-WÜRTTEMBERG STÄRKEN
In Baden-Württemberg muss jetzt vom Land die Chance ergriffen werden, den Öffentlichen Gesundheitsdienst auf seine Zukunftsaufgaben auszurichten und zu stärken. Dafür setzt sich die SPD ein:
- Der öffentliche Gesundheitsdienst muss über seine hoheitlichen Aufgaben hinaus eine stärkere Rolle im Rahmen der Daseinsvorsorge wahrnehmen. Dazu gehören die Unterstützung besonders vulnerabler Personengruppen, Gesundheitsförderung, Versorgungsforschung, Gesundheitsberichterstattung, Koordination unterschiedlicher Akteure im Rahmen von Gesundheitskonferenzen und Gesundheitsinformation. Es bedarf auch einer stärkeren Zusammenarbeit mit der Wissenschaft.
- Die Beratung der Gesundheitsämter für die Bevölkerung, besondere Zielgruppen, Schulen, Kindertageseinrichtungen etc. sind nicht nur auf Anforderung zu leisten. Vielmehr besteht eine Bringschuld der Ämter. Sie sind dazu personell und technisch in die Lage zu versetzen.
- Die Anstrengungen zur Personalgewinnung müssen verstärkt und dürfen nicht auf den ärztlichen Dienst beschränkt werden. Viele Aufgaben können durch andere Berufsgruppen mit eher populationsbezogener Sicht (z. B. Sozialwissenschaftler:innen, Biometriker:innen, Statistiker:innen, Epidemiolog:innen oder Gesundheitswissenschaftler:innen) übernommen werden.
- Für die Aufgabenwahrnehmung beim ÖGD sind den dort Beschäftigten Fort- und Weiterbildungen anzubieten.
- Es ist eine dauerhafte Beschäftigung anzustreben. Neben der verbesserten Bezahlung braucht es gute Arbeitsbedingungen. Es geht darum, gut qualifizierte Beschäftigte zu gewinnen, ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und Zusammenarbeit im Team zu stärken. Dafür sind das Arbeitsklima, ein Gesundheitsmanagement, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und motivierte Führungskräfte erforderlich. Bei diesen Aufgaben bedarf es einer Unterstützung des Landes für die Landkreise.
- Ebenfalls sind die Geschäftsprozesse innerhalb des ÖGD im Hinblick auf Arbeitsbedingungen zu überprüfen.
- Sowohl in der ärztlichen wie auch in anderen Gesundheits- und Sozialberufen müssen in den Lehrplänen die Aufgaben des ÖGD Eingang finden und praktische Ausbildung in den Gesundheitsämtern ermöglicht werden, um das erforderliche Personal zu gewinnen.