Flächendeckende Wohnheime auch für Auszubildende!

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Flächendeckende Wohnheime auch für Auszubildende!

Titel: Flächendeckende Wohnheime für Auszubildende!

Fast 60% der Auszubildenden können von ihrer Ausbildungsvergütung nur mangelhaft selbstständig leben. Knapp die Hälfte der Azubis ist auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen. Die wenigsten können sich entsprechend ein Zimmer oder eine Wohnung in der Nähe ihres Ausbildungsplatzes leisten und sind so gezwungen, zum Teil lange Fahrtwege auf sich zu nehmen, um ihre Ausbildung durchführen zu können. Dies ist mit weiteren finanziellen Belastungen für Auszubildende verbunden.

Im Juli 2022 griff der Deutsche Gewerkschaftsbund diese Problematik auf und forderte ein flächendeckendes Wohnheimangebot für Auszubildende. Gleichzeitig wurde an die Bundesregierung appelliert, ihr im Koalitionsvertrag aufgeführtes Programm für „studentisches Wohnen, für junges Wohnen und Wohnen für Auszubildende“ rasch voranzutreiben.

Wir Jusos stellen uns hinter die Forderung des DGB. Für uns ist klar: Die Wahl des Ausbildungsplatzes darf nicht vom eigenen Geldbeutel und den örtlichen Mieten abhängig sein.


Daher fordern wir:

Für Auszubildende brauchen wir bundesweit Angebote für attraktiven und bezahlbaren Wohnraum. Preisgebundene Wohnheime für Auszubildende müssen endlich flächendeckend eingerichtet werden, damit selbstständiges und selbstbestimmtes Wohnen in der Nähe der Ausbildungsstätte möglich ist.

Förderprogramme einrichten

Weiterhin sollen Förderprogramme für Auszubildendenwohnen flächendeckend im ganzen Bundesgebiet geschaffen werden. Bund und Länder sollen dazu Fördermittel bereitstellen, um möglichst langfristige und perspektivisch unbegrenzte Mietpreis- und Sozialbindungen zu erzielen. Zentrale Adressaten der Förderung sind hierbei öffentliche, genossenschaftliche und gemeinwohlorientierte Wohnbauträger. Die aufzulegenden Förderprogramme sollen jedoch nicht nur den Neubau umfassen, sondern müssen vor dem Hintergrund ökologischer Nachhaltigkeit und einer kürzeren Errichtungsdauer auch auf den Bestand zielen. Hierzu zählt etwa die Bereitstellung von Fördermitteln für Sanierung, Umbau, Nachverdichtung und Aufstockung bereits bestehender Gebäude.

Ohne Mietpreisbegrenzung geht es nicht

Die Miete in geförderten Azubi-Appartements und Wohnheimen soll nicht mehr als 25 Prozent der durchschnittlichen Ausbildungsvergütung betragen (derzeit liegt diese bei 836 Euro). Da sich die Miethöhe maßgeblich aus den Förderrichtlinien zuzüglich Möblierungs- und Nebenkosten ergibt, muss die Miethöhe zentral in den entsprechenden Förderrichtlinien festgelegt werden.

Trägerschaften am Gemeinwohl orientieren

Zentral soll das zukünftige Förderprogramm für Auszubildendenwohnen auf öffentliche und gemeinwohlorientierte Träger, Genossenschaften sowie Azubi- und Studierendenwerke fokussieren, um auslaufende Sozial- und Belegungsbindungen in privater Eigentümerschaft zu umgehen. Dabei wollen wir auch die Wirtschaft und ihre Eigeninteressen in Bezug auf die Bereitstellung von Wohnraum für ihre Auszubildenden einbeziehen und dabei auch die gerechte Verteilung der Plätze für verschiedene Wirtschaftsbereiche berücksichtigen.

Auch soll die Förderung mit vorab formulierten Qualitätskriterien verbunden werden, etwa hinsichtlich der räumlichen Ausstattung des Wohnens sowie der Mitbestimmung der Bewohner*innen von Azubi- und Studierendenappartements. Die von der Bundesregierung geplante neue Wohngemeinnützigkeit sowie Förderprogramme für junges Wohnen sollten ferner so ausgestaltet werden, dass sie auch für Arbeitgeber offen und attraktiv sind. Die Azubi-Wohnungen sollen nach sozialen Kriterien vergeben werden.

Keine Konkurrenz zu Wohnheimen für Studierende

Das geforderte Konzept für bezahlbares Wohnen für Auszubildende soll aber keineswegs eine Konkurrenz für die Wohnheimsituation für Studierende darstellen, sondern als zusätzliche Ergänzung die Wohnungsmarktproblematik für junge Menschen in Ausbildung entschärfen. Wohnheime, in denen Studierende und Azubis zusammen wohnen, sind dabei zu begrüßen. Dadurch kann auch die wahrgenommene gesellschaftliche Trennung von Ausbildung und Studium verringert werden. erfolgen.