Pflegekräfte gewinnen, Ausbildung stärken, ausländische Fachkräfte schneller anerkennen
Antragsteller*in: AG ASG Baden-Württemberg
Sachgebiet: G - Gesundheit und Pflege
Pflegekräfte gewinnen, Ausbildung stärken, ausländische Fachkräfte schneller anerkennen
In den nächsten Jahren wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg stark zunehmen. Gleichzeitig verschärft sich der bereits seit Jahren bestehende Fachkräftemangel.
Während in Baden-Württemberg mindestens 24.000 zusätzliche Pflegekräfte bis zum Jahr 2040 gebraucht werden, sind mit den aktuellen Zugängen zum Pflegeberuf allenfalls die Abgänge auszugleichen. Es darf daher kein Weiter so geben. Es reicht nicht aus für den Pflegeberuf zu werben. Es fehlt sowohl an Ausbildungsstätten, an Lehrkräften und an der schnelleren Anerkennung von ausländischen Pflegekräften.
Die SPD begrüßt daher, dass die Bundesregierung die Einführung einer neuen Pflegefachassistenzausbildung mit einer Dauer von 18 Monaten beschlossen hat. Damit wird allen Schulabgänger:innen der Einstieg in den Pflegeberuf ermöglicht und später auch eine verkürzte Qualifizierung zur Pflegefachperson. Die bisher 27 unterschiedlichen Länderregelungen zu Pflegehilfsberufen werden ersetzt. Die SPD erwartet, dass die Landesregierung dieses Vorhaben aktiv unterstützt.
Des Weiteren wird die Landesregierung aufgefordert, den Mangel an Lehrerinnen und Lehrern an den Fachschulen für Pflegeberufe zu beheben. In der Praxis gibt es bereits heute zu wenig Lehrkräfte im Land. Spätestens ab 1. Januar 2030 müssen Lehrkräfte an Pflegeschulen über eine Hochschulausbildung auf Master- oder vergleichbarem Niveau verfügen.
Für Lehrerinnen und Lehrer, die bisher an den Pflegeschulen unterrichten und diese Voraussetzungen nicht erfüllen, wird eine Perspektive gebraucht. An den Hochschulen des Landes sind entsprechende, auch berufsbegleitende Studiengänge einzurichten.
Die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse in Baden-Württemberg muss weiter beschleunigt werden. Die Gleichwertigkeitsprüfung soll innerhalb von drei Monaten nach Vorlage der vollständigen Unterlagen abgeschlossen werden. Doch gibt es zuvor noch zu viele Hürden. Die Antragstellung ist in Baden-Württemberg besonders kompliziert. So reicht das geforderte Sprachniveau B2 zwar für die Tätigkeit im Beruf, jedoch kaum für das Ausfüllen der erforderlichen Formulare, die in deutscher (Behörden-) Sprache zur Verfügung stehen. Auf Beratungstermine muss ebenfalls noch mehrere Wochen oder sogar Monate gewartet werden.
Die SPD fordert den Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die Erstberatung und zur Prüfung von eingereichten Unterlagen. Diese eingesparte Zeit kann dann in den zuständigen Behörden die Entscheidung über den Antrag beschleunigen.